- -
- 100%
- +
Die Wahrheit liegt bekanntlich, rehhagelisch gesprochen, »aufm Platz«. Auf welchem, soll uns hier nicht weiter interessieren. Richard Floridas Bestseller verdient vielmehr deshalb Beachtung, weil er verdeutlicht, wie so etwas »funzt«: Trendreportage – mit eindeutiger Schieflage …
Fallrückzieher
Genaueres über die Kreativen? Erfährt man in dieser Trendreportage nicht. Weder soziodemographische Essentials (Alter, Einkommen, Bildung und so weiter) noch einschlägige Besonderheiten. Außer: Dass sie irrwitzig kreativ sind.
Das Besondere an den Kreativen
Diese unkonventionellen Köpfe, Visionäre und Querdenker leben in einer eigenen Sphäre des Grübelns und Arbeitens. Sie produzieren Dinge, die das Dasein einfach besser machen. Genau deshalb sind sie eine Bereicherung für die Gesellschaft: Durch ihre Vorstellungskraft und Inspiration geben sie Orientierung in einer sich rasant verändernden Welt – und Anstöße für lukrative Projekte. Diese Möglichmacher, Hindernisabbauer, Durchsetzungshelfer, Zweifelzerstreuer und Risikoeingeher stehen durchweg für die positiven Qualitäten des Wandels. Sie haben es geschafft, Eigenschaften der nicht immer angenehmen neuen Arbeitswelt, wie Beschleunigung, Zwang zur Originalität, Anpassung, hohe Mobilität, Effizienzorientierung und so weiter, umzumünzen, zu nutzen, etwas daraus zu machen. Und zwar etwas wirtschaftlich Verwertbares.
»Die gerne beschworene Wissensgesellschaft ist nur dann wirtschaftlich erfolgreich, wenn das im Überfluss vorhandene Wissen in Geschäftsideen umgewandelt und ökonomisch genutzt wird. Nur mit Innovationen, die genau diese Kreativität hervorbringt, mit dem Schaffen von neuen Produkten, neuen Verfahren, neuen Märkten und Organisationsformen werden wir einen Weg aus der Krise finden und einen neuen Aufschwung erleben. […] meines Erachtens ist […] die wesentliche Frage, wie man Menschen dazu bringt, ihre Talente zu entwickeln und sie ökonomisch zu nutzen.«22
»Sie können ruhig etwas lauter nicken!«
UDO LATTEK
Aber auch Kreativitionisten brauchen offensichtlich einen Schubs23, um ihre Talente »richtig«, das heißt wirtschaftlich nutzbar zu entfalten. Dann aber bringen diese Pioniere-Nach-Vorn uns alle voran. Richard Florida betreibt also ein sehr spezielles Erwartungsmanagement: Er will den Menschen fürsorglich in den verlängerten Rücken treten24, damit sie – in Freiheit – ihr kreatives Potenzial auch abrufen. Im Sinne der individuell-gemeinschaftlichen Maxime: »Jeder (kreativ) für sich – und Gott für alle!«
Kreativität ist immer und überall
Damit das auch klappt, wird das Verständnis von »Kreativität« maximal entgrenzt. Es geht nicht mehr nur um die Tätigkeiten von Künstlern, Architekten und Designern, sondern genauso um die Praktiken von Internet-Jobbern, Städtebau-Planern und Unternehmensberatern. Demzufolge ist die Liste der Branchen und Organisationen, die sich auf die Kreative Klasse einschießen, entsprechend lang und, wo sich die Kreativlinge austoben, beziehungsweise ausbeutbar einbringen dürfen, beachtlich:
∎ Universitäten, Agenturen, Lifestyle- und Medienunternehmen, Tourismusorganisationen oder Exportfirmen wollen mit den Kreativen zu Wachstumsmotoren werden und präsentieren sich als Brutstätten für Ideenproduzenten.
∎ Städte und Kommunen wetteifern darum, für Kreative attraktiv zu sein, profilieren dementsprechend ihr Gemeinde- und Stadt-Marketing und versuchen, sich zu Marken zu entwickeln. (Inoffizieller Benchmark in Deutschland: Arm, aber sexy!)
∎ Management- und Personalentwicklungs-Leitlinien werden umgearbeitet, um die »Normalisierung« von Kreativität zu fördern.
∎ Das Kreativitätsvokabular spiegelt sich schon seit Langem in den Ausschreibungen der Stellenmärkte, die teilweise ganz neue Berufsbilder entwerfen.
∎ Diverse Schul-, Bildungsprogramme und Uni-Studiengänge versuchen sich an der Förderung von Kreativität.
Stellt sich nur die Frage, was nicht als kreative Tätigkeit angesehen werden sollte. Zwischen Arbeit, Kunst und Wirtschaft verschwimmen die Unterschiede. Und der Unternehmer? Mutiert vom Entrepreneur über den Freepreneur zum Culturepreneur, der finanzwirtschaftliche Disziplin mit der freiheitlichen Kunst des kreativ-kulturellen Denkens verbindet.25
Problemzonen-Behandlung
Spielverderber
Zentrales Hindernis des Ganzen ist allerdings (wie immer) der starrsinnige Mensch. Um dessen Ertüchtigung geht es. Der Einzelne habe sich zunächst einmal zu beherrschen (das entlastet schon mal Umfeld und Sozialsysteme). Über Sinnstiftungs- und Orientierungskompetenz sollte er auch verfügen. Sein kreativer Geist muss belebend über uns kommen, inspirierend wirken! Gemäß den Maximen: New! Change! Be Different! Yes: We can! Ein Über-sich-Hinauswachsen durch Spiel und Spaß, das sich in nicht näher bestimmten Mechanismen, Anreizen und Möglichkeiten entfaltet.26
»Ich wäre überrascht, wenn das Spiel bis zum Ende dauert.«
Ian St. John, schottischer Nationalspieler
Hört sich das nicht toll an? Wie aber sieht es konkret aus – das Aufbau-Training für uns Einzelne, das uns den richtigen »Schubs« gibt?
Auto-Programmierung und Selbstsuggestion!
Die Vertreter der Trendreportagen bedienen sich nämlich einiger immer wiederkehrender einprägsamer Mantras. Damit wollen sie bei jedem Einzelnen positive Vibrations erzeugen – durch den steten Bezug auf Freiheit (liberal), Selbstbestimmung (liberal-liberal) und ökonomischen Erfolg (liberal-liberal-neo-liberal). Motto: »Vor uns die goldenen Jahre!« Und, so viel Kreativität muss sein: Das alles mit ständig neu gedrechselten Worthülsen und hippen Formeln wie Rückkehr der Konsumenten-Macht. Freeconomy. Statusfaction. Sozialer Reichtum. Schwarmintelligenz. Flow-Control. Karmakapitalismus. Sie merken schon: Dieser Dreh ist ausbaufähig.
»Ich bin so glücklich wie ich nur sein kann. Ich war aber auch schon mal glücklicher.«
UDO EHIOGU, FC Middlesborough
Durchgehend schließen die Verkünder dieser Trendreportagen ökonomischen Bedarf mit Sehnsüchten und Sinnsuche kurz. Mittels höchst fantasievoller Verheißungen. »Sag: Ich bin gut!« (Wahlweise auch: frei, mächtig, status-beglückt …)
Und, was sich absurd anhören mag, aber stimmt: Die exzentrischen Trendforscher haben mit ihrem sakralen Sendungsbewusstsein und ihren positiven Suggestionen durchaus Erfolg! Zumindest bei ihrer Klientel (und nur die zählt beziehungsweise zahlt für derlei). Denn die Performance der Trendreporter als Event- oder Lifestyle-Happening ist für Verantwortungsträger oder Wirtschaftslenker immer auch persönlich erhebend und Ausgleich für einen getriebenen Entscheideralltag. Die Trendreportagen-Szene bietet nicht zu unterschätzende Status-Effekte: Man nimmt teil als einer der Ersten! An einer faszinierenden Ära. Man gehört zu den wenigen Auserwählten, die Zutritt haben zu solchen die Zukunft aufschließenden Einsichten. (Dass das nicht allzu viele sein werden, garantieren allein schon die Kongressgebühren und Auftragskosten dieser Trend-Gurus.)
Zukunft aus dem schwarzen Block – Happiness is a warm gun
Matthias Horx gab immer schon freimütig Auskunft über den Geist seiner Zukunft.27 Er folge der »positiven Psychologie« (von Martin Seligman) und möchte seine Jüngerschaft zu Beautiful Minds heranbilden. Diese strebten nach Selbstveränderung, Empowerment und Integration, wollten aus ihren Konsumhandlungen »verändert zurückkommen«: sich »nicht nur gut fühlen, sondern auch richtiger handeln«. Sie suchten nach Vervollkommnung. Entscheidungsdesign und Sozial-Engineering stünden dafür, dass optimale Schlüsse gezogen würden und die Gesellschaft vorankomme. Moderne zielorientierte Managementtechniken leiteten die Politik an, sanft paternalistisch.
»Schöner denken« – so denn auch der Slogan, der dem Gegenwartsdrama des falschen Denkens Paroli bieten soll. Insgesamt also eine verheißungsvolle Mentalitätslage, die Horx da »lebendig nach vorne reflektiert«.28 Ganz wie Meister Yoda, der ja auch schon Luke Skywalker warnte: »Vor der dunklen Seite (des Denkens) hüten du dich sollst!«
Solche esoterischen Prophetien machen deutlich, warum für viele Unternehmer derlei bestenfalls zur Selbsterbauung taugt.
»Einige haben von einem recht guten Spiel gesprochen. Da frage ich mich, ob ich zum Augen- oder zum Ohrenarzt muss.«
ANDREAS MÖLLER
Branchen-Kodex
Damit nun aber niemand auf die Idee kommt, des Trendreporters neue Kleider zu bemäkeln, gilt in der Zunft ein Branchen-Kodex. Stillschweigend, aber effektiv. Auf dessen Grundlage das Spielfeld mitunter beinhart verteidigt wird.
Die Mechanismen im Einzelnen:
∎ Radikaler Ausschluss von Spielverderbern.
Akteure, die nicht für mannschaftsdienliches Verhalten, sondern für unkonventionelle Attacken bekannt sind, müssen nicht lange auf die Rote Karte warten – sie werden erst gar nicht auf den Platz gelassen. Das betrifft alle Spieler der Vereine FC Zaudern, VfB Zweifel oder VfL Nestbeschmutzung.29
∎ Konsequent zirkuläre Spielweise.
Beim Konstruieren von Trends geht es zu wie ehedem beim Schalker Kreisel: Der Ball wird so in der Runde gespielt, dass keine Möglichkeit besteht reinzugrätschen. Kritikaster kommen immer zu spät. Der Trend bestätigt sich selbst und die Zukunft kommt da raus, wo sie angestoßen wurde. Logik-Experten nennen so etwas Zirkelschluss.
Der Kodex am Beispiel
Beispiel Kreative Klasse: Wer versucht nachzufragen, wie denn um alles in der Welt ganz Deutschland durch eine Handvoll digitaler Berliner Nerds zum Kreativsein angeschubst werden soll, dem wird entgegengehalten, dass laut Trendvoraussetzung eben jeder schöpferisch sei und somit flächendeckender Einfallsreichtum überhaupt kein Problem darstelle! Wenn alle kreativ sind, sind alle »Ent-Äußerungen« per se ideenreiche Handlungen. Wenn alle Tätigkeiten fantasievolle Akte sind, sind alle, die »irgendwas« machen, Kreative. Gut: Wer lebt, atmet. Handelt also irgendwie. Weshalb gilt: Das Kreative ist immer und überall. Und wer jetzt noch einzuwenden wagt, dass – ähnlich wie bei den Yetis – eigentlich noch nie ein konkretes Beispiel für die Kreative Klasse gesichtet worden sei, dem wird mit entwaffnender Chuzpe entgegengehalten: »Doch! Wir, die Verkünder der Trendreportage!« Und wer wollte da widersprechen?
∎ Anderen das eigene Spiel aufzwingen.
Vertreter der Trendreportage heißen in angelsächsischen Spielberichten Humpty Dumpty; in deutschen Goggelmoggel. Sie »wissen« oder besser: Sie bestimmen, was WAS ist.30
Beispiel Kreative Klasse: Kreativität ist – laut Trendreportierenden – im Grunde alles! Auch was Freiheit, Sinn und Erfolg bedeutet, wird entsprechend »eingerichtet«: Die Kreativen sind frei, wenn sie den »Schubs« bekommen haben. Aber eigentlich ist in der schönen neuen Wirtschaftswelt sowieso alles und jeder frei. Zwar können Konsumenten nur wählen, was sie nicht kaufen oder welchem Angebot sie sich verweigern wollen. Aber im marktradikal-(neo)liberalen Licht der Trendreporter ist jeder seines eigenen – freien – Erfolges Schmied.
Alle sind also dabei: Sowohl bei der Trendreportage als auch bei der Kreativen Klasse. Oder sind beide womöglich das Gleiche?
Wenn aber alle aufm Platz sind, kann es auch keine miesepetrigen Bankdrücker mehr geben, die das Trendspiel abwertend von außerhalb des Rasens kommentieren. Sieger, Loser, Aufstiegswillige und Frustrierte werden gleichermaßen angesprochen. Richard Floridas Zielgruppe scheint auf den ersten Blick nur aus Entscheidern, VIPs und dergleichen zu bestehen – gehobene Mittel- und Oberschicht also. Und selbstverständlich nehmen genau diese Gruppen die Trendreportagen durchaus wohlwollend zur Kenntnis: Sie bekommen die Zukunfts-Manifeste ja schließlich auf den Leib geschrieben! Doch deren Strahlkraft geht weit über diese Schicht hinaus.
»Das Tor kann er sich zu Hause übers Wohnzimmer hängen!«
JÖRG DAHLMANN
Die Erzählung über den Aufstieg der Kreativen Klasse erfüllt alle Kriterien eines klassischen Entwicklungsromans. Egal, wie mies die Gegenwart für die Protagonisten auch sein mag: Jeder kann einen Reifeprozess durchleben. Dazu muss die Person nur ihre Erlebnisse und Erfahrungen reflektieren – in einer wirtschaftlich produktiven Weise.
Gutmenschentum 2.0
Die, die oben sind, fühlen sich gebauchpinselt. Erfreut hören sie: »Wie und warum wir wurden, was wir sind.« Und die anderen? Träumen weiterhin das Märchen vom Tellerwäscher zum Slumdog Millionaire. Und das Allerbeste an diesem Urmythos: Die Elite nimmt als Status-Effekt aus dieser Story mit, dass sie als Trägerin und Haupt-Lobbyistin dieses Weltbildes für die unteren Schichten »etwas Gutes« tut! Die wiederum sehen Chancen, irgendwann tatsächlich mal dort oben anzukommen: Denn Kreativität, der Stoff, aus dem hier und jetzt, aber mehr noch morgen, die Welt gemacht wird, ist praktischerweise weder an Ort, Zeit noch an sonstige Bedingtheiten gebunden. Soziale Durchlässigkeit gilt also in jede Richtung – auch nach unten: Das Kreative durchdringt und übersteigt die gemeine Wirklichkeit und soll doch ganz realen persönlichen Erfolg bewirken können. Märchenhaft.
Italo-Catenaccio vs. Pott-Punk-Angriffsfußball
»Wir haben einen Langzeitplan für unseren Verein. Und abgesehen von den Resultaten geht es damit gut voran.«
ERNIE CLAY, Vorsitzender des FC Fulham
Wie man sieht, haben solche Trendreportagen also auch eine kulturelle Funktion. Sie machen Fähigkeiten, Ideen, Talente, Potenziale – alles, was Menschen möglich ist, – in universalem Maßstab wirtschaftsfähig. Und übersetzen individuelle, technologische und soziale Elemente sowie Ereignisse in die Logik einer (neoklassischen oder marktradikalen) Geldwirtschaft. Trendreportagen sind das Material, aus dem Wetten auf die unternehmerische Zukunft geschlossen werden. Sie bringen Wandel in eine betrieblich anschlussfähige Form. Den Rest – interne Aufbereitung, Kalkulationen und Potenzialabschätzungen – besorgt das Rechnungswesen.
Außerdem leistet der populäre, medial sichtbare Teil der Trendreporter und dessen spezielle Art der Zukunftsforschung ein »Dauer-Coaching« für das Zahlen-Daten-Fakten-Denkmodell:
Trendreportagen zu Moodness, Mindness, Simplicity, Chancenintelligenz, Risikointelligenz und anderem bedienen mit ihren Modellen und Metaphern einer steten Selbstoptimierung das Interesse der entscheidenden Entscheidungsträger. Konservieren und zementieren so die herrschende Perspektive.
Das ist weder verwunderlich noch per se zu kritisieren. Trotzdem lässt sich fragen, ob die Erforschung von Kommendem nicht auch anders stattfinden könnte – vielleicht sogar sollte? Oder ist Zukunft jenseits des Zahlen-Daten-Fakten-Paradigmas gar nicht mehr vorstellbar?
Pott-Punk-Attacke: Tacheles
Diese Frage hat immer mit einem Makel zu kämpfen: Hehre Entwürfe und utopische Beschreibungen, wünschbare oder befürchtete Zukünfte stehen – teilweise zu Recht – in einem schlechten Ruf. Sie gelten zumeist als weltfremde »Wolkenkuckucksheime«, die kein vernünftiger Mensch hören möchte. Aber kann das alles gewesen sein?
Okay: Pragmatisch soll Zukunft gedacht werden. Konstruktiv, realistisch eingeschätzt. Mit Hand und Fuß – ohne abgehobene Spielvisionen. Gefragt ist, gangbare Wege und Entwicklungschancen aufzuzeigen. (Für Verlängerungen und Sonderveranstaltungen hat keiner Verständnis.)
Aber muss das zwangsläufig dazu führen, dass alles von vornherein passfähig sein muss zu dem System, in dem es eingesetzt werden soll? Gibt es wirklich nichts anderes als: Entweder (Zahlen-Daten-Fakten-)Ideologie oder (weltfremde) Utopie? Unsere Vermutung: Hier geht es gar nicht um konstruktiv-realistische Pragmatik, sondern um Angst.
»Fußball ist nicht nur ein simples Spiel. Fußball ist die Waffe der Revolution.«
CHE GUEVARA
Vorauseilend wird mit einem geradezu italienisch-zementierten Catenaccio-Bollwerk abgewehrt, dass wirklich einmal jemand anders denkt. Zukunftsverweigerung – statt echtem frisch, fromm, fröhlich und freiem Angriffsspiel. Könnte es sein, dass unserer Gesellschaft in Sachen Systemvertrauen das Wasser bis zum Hals steht? Nur dann macht dieses forcierte Wegschauen nämlich Sinn: Augen zu und durch. Gegenvorschläge unerwünscht. Nicht zufällig ist »Alternativlosigkeit« eine der beliebtesten Beschwörungsformeln unserer Zeit.
Was ist von einer gesellschaftlichen Zukunftsfähigkeit zu halten, die sich Denkverbote auferlegt? Von einer Trendforschung, die sich dem schon in seiner Nachspielzeit befindlichen Zahlen-Daten-Fakten-Denkmodell im öffentlichen Bereich sang-und klanglos unterwirft?
∎ Wollen Unternehmer das? Wollen alle KM-Unternehmer das?
∎ Trifft es das Unternehmertum-Verständnis derjenigen Generation, die morgen die Fach- und Führungskräfte stellen wird? Gründer mit ethischen und sozialen Zielen (»Soziopreneure«)? Die sich, bevor der berufliche Ernst des Lebens beginnt, erst mal nach Indien absetzen und sich bei Muhammed Yunus31 anschauen, wie nachhaltiges Unternehmertum funktioniert? Die mit Occupy sympathisieren und Finanz- und Börsenplätze blockieren?
∎ Sind wir wirklich frei genug, uns leisten zu können, »alternativlos« zu sein?
So viel zum Zahlen-Daten-Fakten-Denkmodell. Von BWL-infizierten Entscheidern verinnerlicht und exzentrischen Trendforschern in deren Visionen eingebaut, um die jung-tapfere Wirtschaftswelt zu bestätigen und zu zementieren (Condensation and Confirmation). Noch Fragen? Etwa: Gibt es wirklich No Future?
Bevor wir jetzt aber – wie Dante – alle Hoffnung fahren lassen, zu den Regeln. Denn auch die sind ganz besonders …
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.









