Audiovisuelles Übersetzen

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Typische Ratschläge, die man besonders dem Anfänger mit auf den Weg gibt, finden sich in ausführlicher Form in Ivarsson und Carroll (1998: 85-91) und zusammengefasst bei Nagel (2009: 68). Im Wesentlichen handelt es sich um folgende Vefahren:
Verkürzung der Syntax
Passiv wird zu Aktiv
Indirekte Fragen werden zu direkten Fragen
Doppelte Verneinung zur positiven Äußerung
Sinngemäße Zusammenfassung
Präteritum statt Perfekt

Man in line: We saw the Fellini film last Tuesday. It is not one of his best. It lacks a cohesive structure. You know, you get the feeling that he’s not absolutely sure what it is he wants to say. (Annie Hall. Allen 1983: 14) (drei Untertitel)
Annie: Sadie? Oh, well, Sadie … (Laughing) Sadie met Grammy through, uh, through Grammy’s brother George. Uh, George was real sweet, you know, he had that thing. What is that thing where you, uh, where you, uh, fall asleep in the middle of a sentence, you know – what is it? Uh … (Annie Hall. Allen 1983: 37) (vier Untertitel)
Ed: Now everyone, when he walks on the stage, treat him normal. I know Bela Lugosi is a world-famous star, and you’re all a little excited, but we’re professionals. (Ed Wood. Alexander / Karaszewski 1995:36) (drei Untertitel)
Aunt Em: And what was he doing here in the first place? That’s what I want to know. What’s a man like you messing around with a black boy like Thomas for? Are you some kind of pervert, or what? (SmokeSmoke, Auster 1995: 58) (zwei Untertitel)
Mann in der Schlange: Wir haben letzten Dienstag den Fellini gesehen, der gehört nicht zu seinen besten Filmen, er hat keine kohäsive Struktur. Man hat das Gefühl, er ist sich selbst nicht so sicher, was er sagen will. (Der StadtneurotikerDer Stadtneurotiker, Allen 1981: 23).
Annie: Sadie? Sadie, naja (lacht) also Sadie kam mit Grammy durch äh, den Bruder von Grammy, George, zusammen. Hm, und George, der war ja wirklich niedlich, wissen Sie (gestikuliert), er hatte diese … diese Dings, diese … wie nennt man das, wenn man mitten im Satz einschläft, Sie wissen, diese … äh … (Der Stadtneurotiker, Allen 1981: 57-58).
Hat Ihnen die deutsche Fassung beim Erstellen der Untertitel geholfen? Vielleicht hat sie Sie ja auch nur verwirrt. Schauen Sie sich die Beispiele auf DVD an.
Für den übersetzerischen Anteil der interlingualen Untertitelung muss also das Rad nicht neu erfunden werden. Interlinguale Untertitelung ist eine Sonderform der Übersetzung und das bedeutet, dass man alles, was man von anderen Texten kennt, auch dort anwenden kann. Der Platzmangel führt dazu, dass man mit Untertiteln nicht so freizügig umgehen kann wie mit anderen Texten. Aber prinzipiell kann man sämtliche möglichen Übersetzungsverfahren nutzen (dazu Nagel 2009: 66-67). Bei lexikalischen Übersetzungsverfahren ist dies etwas einfacher, da oft nur die Wortebene betroffen ist. Besonders die im Handbuch Translation unter „Einzelphänomene“ aufgeführten Probleme und Verfahren (ebd. 278-300) spielen auch bei der Untertitelung eine Rolle. Zu den dort angeführten Phänomenen gehören Sprachvarietäten, Metaphern, Wortspiele, Realia, Strategien des geschlechtsneutralen Ausdrucks, Eigennamen und Maßeinheiten. KulturspezifikaKulturspezifika sind ohnehin ein Problem bei der Untertitelung. Siehe dazu Pedersen 2005, Bruti 2006, Ramière 2006.

2.4 Einzelprobleme der Untertitelung
Als Anfänger kann man die vielen Probleme, die die Untertitelung mit sich bringt, kaum überblicken. Man ist zunächst schon froh, wenn man einen Dialogtext einigermaßen gekürzt hat und die Standzeiten einigermaßen hinkommen.
Die interlinguale Untertitelung ist jedoch, wie gesagt, im Grunde genommen einfach eine Sonderform der interlingualen ÜbersetzungÜbersetzunginterlinguale Übersetzung. Die nachfolgend dargestellten Probleme kommen bei der interlingualen Untertitelung ebenso vor wie bei der Übersetzung anderer Texte. Durch die Gleichzeitigkeit von Wort und Bild sind manche Übersetzungsstrategien, die man bei rein sprachlich-schriftlichen Texten einsetzen kann, hier aber leider nicht möglich.
Mal kurz nachdenken … Wo könnte das sein?
Auch wenn immer wieder empfohlen wird, nicht oder schlecht übersetzbare WitzeWitz etc. nicht zu übersetzen und an anderer Stelle einen Witz einzuschieben, ist dieses Verfahren bei Filmen problematisch. Generell zu Humor und Untertitelung siehe Chiaro 2006.
Und noch mal kurz nachdenken … Bei Serien mit einem gewissen Extra ist das fast unmöglich.
… nämlich bei Serien mit einem laughing tracklaughing track, also einer Lachspur, oder bei Serien, die vor Live-Publikum gedreht wurden und daher auch Reaktionen auf Witze etc. beinhalten.
2.4.1 Dialekte, Soziolekte, Fachsprache
Auch wenn wir immer wieder davon sprechen, dass bei der Untertitelung gesprochene in geschriebene Sprache umgewandelt wird: Ganz korrekt ist das bei Filmen nicht, denn dort gibt es ein Skript, also geschriebene Sprache, die im Film gesprochen wird und dann in den Untertiteln wieder eine schriftliche Form hat.
Mal kurz nachdenken … Aber wo ist es der Fall?
Mündlich nach schriftlich findet nur dann statt, wenn Live-BeiträgeLive-Beitrag in NachrichtenNachrichten, TalkshowsTalkshow etc. untertitelt werden. In diesen Fällen ist eine interlinguale Untertitelung in Deutschland nicht üblich (siehe Kapitel 4, Voice-over, und Kapitel 5, Filmdolmetschen). Bei Reality-ShowsReality-Show aus den USA kommt sie teilweise vor.
Nur in diesen Fällen haben wir es mit spontan gesprochener Sprache zu tun, mit all ihren Fehlern, Pausen und unvollständigen Sätzen. Wer einmal das TranskriptTranskript eines Gesprächs, also eine schriftliche AufzeichnungAufzeichnung von spontan gesprochener Sprache gesehen hat, weiß, wie unordentlich wir eigentlich sprechen. Die gesprochene Sprache in Spielfilmen existiert zunächst als schriftliche Imitation gesprochener Sprache im DrehbuchDrehbuch (dazu auch Nagel 2009: 58 und ausführlich Remael 2008). Sie kann ausgesprochen künstlich und manieriert sein.
SoziolekteSoziolekt und DialekteDialekt sind typisch für gesprochene Sprache und werden in vielen Formen künstlerischer Texte eingesetzt. Ob man Soziolekt und Dialekt in irgendeiner Form in den Untertiteln wiedergeben soll, darüber streiten sich Theoretiker wie auch Praktiker. Eine Partei vertritt die Ansicht, man solle in Untertiteln nur Standardsprache nutzen, weil sie sich leichter liest.

Ein leises Unbehagen angesichts der Tatsache, dass der Text verändert wird, wenn soziolektale und dialektale Elemente in standardisierte Schriftsprache übertragen werden, gab es schon immer, und der typische Untertitelungsstil wird wieder und wieder in Frage gestellt (z. B. Bastian im Abstractband Leipzig 2010; Hamaidia 2007, Kaufmann 2004, Elefante 2004). Es stellt sich grundsätzlich auch die Frage, ob Untertitel als Schriftsprache wahrgenommen werden oder ob sie nicht eine eigene Kategorie zwischen gesprochener Sprache und Schriftsprache bilden (dazu auch Guillot 2007).
Dialekte und Soziolekte kommen weder in Filmen noch in Romanen oder Theaterstücken so gehäuft und in so komplexer Form vor, wie die vielen Forschungsarbeiten dazu suggerieren. Das Thema ist einfach nur reizvoll. Die Übersetzung von Dialekten und Soziolekten ist schon in Romanen und Theaterstücken schwierig; die Ergebnisse sind oft unbefriedigend, da nicht alle Konnotationen der ausgangssprachlichen Variante auch in der Zielsprache wiedergegeben werden können. Beim Platzmangel und Zeitdruck in den Untertiteln potenzieren sich diese Probleme.

Angenommen, Sie möchten einen Dialekt in irgendeiner Form im Untertitel darstellen, weil er für die Charakterisierung der betreffenden Figur sehr wichtig ist. Welchen Weg wählen Sie? Hängt Ihre Entscheidung mit dem Filmgenre zusammen? Mögliche Lösungen können Sie in den Untertiteln zu dem französischen Film Willkommen bei den Sch’tisWillkommen bei den Sch’tis (Bienvenue chez les Ch’tisBienvenue chez les Ch’tis, Frankreich 2008) finden; weiter unten sind aus diesem Film Vergleichsbeispiele von Untertiteln und Synchrontext abgedruckt. Für Soziolekte eignen sich Filme des italienischen Neorealismo (Neoverismo) und der französischen Nouvelle vague. Ein Film, der die französische Jugendsprache nutzt, darunter insbesondere das Verlan, ist L’esquiveL’esquive (Frankreich 2003, in Deutschland im Fernsehen 2005 Nicht ja, nicht neinNicht ja, nicht nein); Varianten französischer Jugendsprache findet man auch in Entre les mursEntre les murs (Die KlasseDie Klasse, Frankreich 2008). Sie sehen die Erscheinungsjahre: Die Filme spiegeln keinen aktuellen Sprachstand wider.
Oft werden auch in den Originalfilmen und in den Synchronfassungen nur sehr leichte dialektale Einfärbungen verwendet, die kaum ins Gewicht fallen. In solchen Fällen sollte man auf eine Markierung verzichten.

Eine Sprachvarietät, auf die bei der audiovisuellen Übersetzung sehr selten eingegangen wird, ist die FachspracheFachsprache, die doch sonst in der übersetzungswissenschaftlichen Literatur eine so große Rolle spielt. In DokumentarfilmenDokumentarfilm erwarten wir ohnehin fachsprachliche Elemente und geben sie ohne große Nachdenkensanstrengung als solche wieder, allerdings meist als Voice-over. Doch auch in Spielfilmen und Serien ist Fachsprache extrem häufig.
Darüber denken wir zwar auch bei der Synchronisation nach … Welche Fachsprachen erwarten Sie?
Hier einfach ein paar andere Beispiele als im Kapitel über Synchronisation: In den populären Weltuntergangsfilmen wird über Klimawandel und meteorologische und geologische Erscheinungen gesprochen, in anderen Katastrophenfilmen geht es um Viren und Genetik.


Viele dieser Spielfilme haben den Vorteil, dass zwischen Experten und Zuschauern eine Vermittlerfigur steht, zum Beispiel ein Reporter. Diese Vermittlerfigur hat dann die Aufgabe, den Experten zu einer Erklärung der Fachbegriffe zu bewegen. Falls es eine solche Figur nicht gibt, sollte der Untertitler diese Aufgabe nicht übernehmen, auch wenn es verlockend ist, sein Wissen weiterzugeben.
2.4.2 Mehrsprachigkeit im Film
Diese Erscheinung wird in Kapitel 3.5.2 anhand der Synchronisationspraxis ausführlich diskutiert, da sie dort ein weit größeres Problem darstellt. Doch auch bei der Untertitelung stellen sich Fragen, wie man damit umgeht, wenn mitten in einem englischsprachigen Film plötzlich Deutsch gesprochen wird.

Es werden zwar stets dieselben Filme zitiert (wie es auch im vorliegenden Buch geschieht), doch mit trafilm.net existiert eine Forschungsgruppe zu diesem Thema. Zur Untertitelung mehrsprachigermehrsprachig Filme siehe auch Bartoll (2006). Auch hier sollten Sie sich mit den Inglourious BasterdsInglourious Basterds beschäftigen (USA 2009) – nachdem Sie die Aufgabe im Kapitel Synchronisation bearbeitet haben.
Es gibt bei der interlingualen Untertitelung hier ähnliche Traditionen wie bei der Synchronisation, die man durchaus hinterfragen kann:
A special case requiring the use of quotation marks is when a ‚second foreign language‘ is used in the film or programme. Such cases call for judgment. Does the original audience understand, more or less, what is being said? Elementary Spanish in an American film or Italian in a French TV programme should normally be translated into e.g. Dutch, and quotation marks (or italics) used to indicate that another language is being spoken, but the audience is certainly not supposed to understand two foreigners conversing in Japanese in a Norwegian film. Even the most ambitious subtitlers should refrain from translating such conversations. (Ivarsson / Carroll 1998: 114f.)
Aber nur der hörende Zuschauer hört die Tonspur. Interlinguale Untertitel für das Kino sollten auch für hörgeschädigte Zuschauer geeignet sein. Und übrigens gab es Versuche mit der Mehrsprachigkeit schon bei ZwischentitelnZwischentitel für StummfilmeStummfilm:
Abel Gance thematisierte die Sprachübertragungsmethoden bereits in seinem ohnehin verblüffend originellen Film Napoléon – vu par Abel Gance (Napoleon, 1925-1927), in dem es einen Zwischentitel gibt, der durch Sätze in 4 verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch) das Sprachenwirrwarr im Lager des Feindes bei der Eroberung Toulons darstellen soll. Die Sätze flimmern gleichzeitig und hintereinander, horizontal und diagonal über die Leinwand und verbildlichen damit nicht nur das Durcheinander an Sprachen, sondern auch die sprichwörtliche Hitze der Diskussion. Ein paar Zwischentitel vorher heißt es denn auch: ‚Beim Kriegsrat der Feinde ging es zu wie beim Turmbau zu Babel‘. (Wahl 2003: 88)
Auch wenn in diesem Buch immer wieder Vorschläge gemacht oder Richtlinien bemüht werden: Treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen. Oft sind die besser, weil sie sich auf einen konkreten Fall beziehen.
2.5 Sonderfälle der Untertitelung
2.5.1 Trivia Tracks und andere zusätzliche Untertitel
Schon Ivarsson und Carroll machen eine Reihe von Vorschlägen für die kreative Nutzung von UntertitelnUntertitelkreative Untertitel (Ivarsson / Carroll 1998: 30). Von diesen Vorschlägen haben sich nur die so genannten Trivia TracksTrivia Track durchgesetzt, und auch die nur begrenzt. In den letzten Jahren kommen sie zunehmend seltener vor, aber vielleicht erleben sie ja eine Renaissance. Eine DVD mit Trivia Tracks gibt es z.B. zu Dirty DancingDirty Dancing (USA 1987).
In Trivia Tracks bekommt der Filmzuschauer Hintergrundinformationen zum Film sowie Klatsch und Tratsch zu den Schauspielern geliefert.

Mal kurz nachdenken … Welche Art von zusätzlichen Informationen könnten Untertitel noch enthalten?
Es gibt auf DVDs auch andere Extra-Texte als Trivia Tracks, z. B. informative EinblendungenEinblendunginformative Einblendung (zum Beispiel bei Good-bye Lenin, Deutschland 2003) und die Untertitelung zum RegisseurkommentarKommentarRegisseurkommentar in Filmlänge. Auf einer DVD wird also weit mehr untertitelt und übersetzt als der eigentliche Film. Die Regeln für die Untertitelung sind dabei die gleichen wie beim Film selbst.

Schwierig wird es, wenn Untertitel ein künstlerisches Element des Originalfilms sind. So gibt es zu Monty Python’s The Holy GrailMonty Python’s The Holy Grail (Die Ritter der Kokosnuß[sic], Großbritannien 1975) eine Untertitelspur „Subtitles for People Who Don’t Like the Film“. Die Untertitel bestehen aus Shakespeare-Zitaten (aus Henry IV). Immer wieder zitiert wird auch Annie HallAnnie Hall (Der Stadtneurotiker, USA 1977) von Woody Allen, in dem ein Paar um den heißen Brei herumredet, während in den Untertiteln die wahren Gedanken zu sehen sind.
Mal kurz nachdenken … Was kann der Untertitler tun?
Das ist eine schwierige Aufgabe. Wirklich befriedigend kann man sie nicht lösen. Probieren Sie sich daran, schauen Sie sich dann die offizielle Version auf der DVD an.
2.5.2 Bilinguale Untertitelung
Manche Länder haben mehrere offizielle LandessprachenLandessprache, so zum Beispiel Belgien (Französisch und Flämisch) oder Finnland (Finnisch und Schwedisch). In diesen Ländern werden Filme für das Kino tatsächlich oft in zwei Sprachen gleichzeitig untertitelt (im Fernsehen kann man meist zwischen den zwei Varianten wählen; sie stehen auf unterschiedlichen Videotextseiten, Ivarsson / Carroll 1998: 28-29). Noch extremer ist der Fall in Hongkong, wo drei Untertitel untereinanderstehen: Englisch, vereinfachte chinesische Schriftzeichen und traditionelle chinesische Schriftzeichen (Mok in MuTra 2006). Wenn in solchen Ländern zweizeilige UntertitelZweizeiler für jede Sprache verwendet werden (was im Chinesischen auf Grund der kompakten Schriftzeichen nicht notwendig ist), ist vom Film nicht mehr sehr viel zu sehen.

Das nachfolgende Bildbeispiel stammt aus Finnland. Es handelt sich um eine Nachrichtensendung, die in beiden Landessprachen live untertitelt wird. Die oberen Untertitel sind schwedisch, die unteren finnisch.

Bilinguale Untertitelung (Obs. Sendung vom 10.6.2010, Redakteur: Juri von Bonsdorff, Bild: Nina Svahn. Mit freundlicher Genehmigung von YLE [Yleisradio] Finnland)1
ARTEARTE nutzt zwar keine bilingualen Untertitel, doch grundsätzlich werden die Sprachen Deutsch und Französisch dort gleich behandelt. Das gilt auch für Schriftelemente im Film, also für DisplaysDisplay und EinblendungenEinblendung.
Mal kurz nachdenken … Welche könnten das sein?
Ein typisches Beispiel sind Landkarten in Dokumentationen. Für viele Länder, Städte und Gegenden gibt es im Deutschen und im Französischen unterschiedliche Bezeichnungen. Bei ARTE wird erst die eine eingeblendet, dann kommt ein sehr kurzes Fade-out / Fade-in, wobei die Bezeichnung in der anderen Sprache erscheint. Dasselbe gilt für BauchbindenBauchbinde mit Funktionsbezeichnungen oder Institutionsbezeichnungen.
2.5.3 Fansubs
LaienübersetzungenLaienübersetzung gab es schon immer – man denke nur an die „Liebhaberübersetzung“. Bei Filmen gibt es diese Erscheinung ebenfalls schon seit längerer Zeit, sie hat aber wie so vieles andere durch das Internet einen größeren Bekanntheitsgrad gewonnen und ist durch die Möglichkeiten der digitalen Untertitelung einem größeren Kreis zugänglich geworden. Wenn Filme von Laien untertitelt werden, spricht man von FansubsFansub (von Laien synchronisierte Filme sind FandubsFandub).
Die Erscheinung der Fansubs hängt eng mit der Popularität von AnimeAnime, japanischen TrickfilmenTrickfilm und -serien, zusammen. Anime haben ein eingefleischtes Fanpublikum. Viele Fans wurden durch ihr Interesse an diesen Serien dazu motiviert, die japanische Sprache zu erlernen. Durch diese Sprachkenntnisse hatten sie wiederum Zugang zu Serien, die nur auf Japanisch vorlagen.
Fansubber folgen, zumindest theoretisch, einem Kodex: Gesubbt werden dürfen nur Filme, von denen noch keine Fassung in der Zielsprache vorliegt. Mit den Fansubs sollen Fans für die Serie gewonnen werden, die kein Japanisch können, die jetzt aber öffentlich dafür plädieren sollen, dass die Serie legal übersetzt und von einem Fernsehsender ausgestrahlt oder auf DVD veröffentlicht wird. Sobald das geschieht, hat die Fansub ihren Zweck erreicht und wird eingestellt und aus dem Internet genommen. Zumindest theoretisch; nicht alle Fansubber sind so fair.
Fansubber empfinden dieses Verfahren als sinnvoll und regelgerecht, da sie so die Verbreitung der Serien zum Nutzen aller fördern wollen. Legal ist es trotzdem nicht; einmal ganz davon abgesehen, dass man etwas, was einmal im Internet ist, nicht wirklich gut wieder herausnehmen kann. Die Rechte für Übersetzungen (besonders für veröffentlichte Übersetzungen) liegen bei den Urhebern des Originals. Meist wird das Fansubbing allerdings geduldet. Gegen Fansubber vorzugehen hieße, eventuell gute Kunden zu verlieren.

Fansubs sind ein gutes Beispiel dafür, wie der technische Fortschritt es auch Laien möglich macht, professionell wirkende Untertitel zu erstellen. Früher schickten die Fansubber einander die Filme auf Videokassetten per Post, und sie benötigten einen hochgerüsteten Arbeitsplatz, um die Untertitel zu erstellen.







